Druckerei, dritte Generation
Ich bin aus der Schule direkt in den Betrieb meines Vaters und meines Opas — Lehre zum Medientechnologen, über 40 Mitarbeiter, und von Anfang an die Erwartung, dass ich die Firma einmal übernehme. Ich habe die Lehre abgeschlossen. Der Weg war vorgezeichnet, nur eben nicht von mir.
E-Commerce, ohne Netz
Über ein Video bin ich auf E-Commerce gestoßen, habe den Mann dahinter angeschrieben und angefangen, eigene Onlineshops aufzubauen. Ohne Mentor, ohne Coach, ohne Abkürzung. Meta, Google, TikTok, Native Ads — jeden Kanal habe ich mir selbst beigebracht und dabei richtig Geld verbrannt. Am Ende standen hoch fünfstellige Schulden. Teures Lehrgeld, aber es war meins: Fast jeden Fehler, den ich heute in fremden Konten finde, habe ich selbst einmal bezahlt.
Ein Kanal lief zuverlässig
Irgendwann war klar, welcher Kanal bei mir verlässlich funktionierte: Google. Damit bekam ich meine Shops profitabel. Trotzdem blieb es ein ständiges Auf und Ab, und irgendwann hatte ich keine Kraft mehr. An Silvester habe ich meinem Vater gesagt: Ich lasse E-Commerce sein, knie mich rein und übernehme die Firma.
Die Nachricht am richtigen Tag
Ein Bekannter aus der E-Commerce-Zeit fragte mich über Monate immer wieder, ob ich als Google-Ads-Media-Buyer in seine Agentur einsteigen will. Ich habe jedes Mal abgelehnt — ich hatte mich entschieden. Bis zu dem Tag, an dem mir endgültig klar wurde, dass der vorgezeichnete Weg nicht meiner ist — und genau da kam seine Nachricht: letzte Chance, kommst du jetzt ins Team oder nicht. Ich habe gekündigt und angefangen.
Spezialisierung — und die Innensicht
In der Agentur konnte ich an echten Kundenkonten weiterlernen und experimentieren. Ich wurde in genau einer Sache immer besser: Google Ads. Später haben mich die Gründer zum Leiter der Agentur gemacht, ich habe Mitarbeiter geführt — kannte ich aus dem Familienbetrieb, war hier aber deutlich mehr auf mich allein gestellt. Eine gute Zeit. Und gleichzeitig die Zeit, in der ich von innen gesehen habe, wie Agenturen arbeiten: was versprochen und was davon gehalten wird.
Solo, direkt am Kunden
Ich bin 30 und mache genau das, was ich immer wollte: mein eigenes Ding, direkt am Menschen, ohne Team dazwischen und ohne Personalverantwortung. Über die Agenturzeit und die Selbstständigkeit zusammen habe ich inzwischen einen achtstelligen Werbebudget-Betrag verantwortet und begleitet. Ich lerne trotzdem jede Woche dazu — der Markt dreht sich zu schnell, um stehen zu bleiben.



